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Moderne Medien im Mathematikunterricht und im Abitur in Hessen

Während der hessische Lehrplan in Mathematik kaum auf den Einsatz von Computern, programmierbaren Taschenrechnern im Unterricht eingeht, erstellt das hessische Kultusministerium für seine Abschlussprüfungen tatsächlich 3 verschiedene Klausuren

  1. Klausuren für Klassen, welche im Unterricht mit grafikfähigen Taschenrechnern gearbeitet haben
  2. Klausuren für Klassen, welche ein CAS System verwendet hatten
  3. und natürlich auch noch solche, welche mit handelsüblichen, nicht Programmierbaren Taschenrechnern lösbar sind

Nach meinem Eindruck unterscheiden sich die 3 Klausuren nur in wenigen Punkten, die meisten Aufgaben aus den Kategorien 1 und 2 lassen sich mit einem gewöhnlichen Taschenrechner durchaus lösen, nur wäre das ein wenig zu zeitintensiv für eine Abituraufgabe. Vielleicht vergleiche ich 2 solche Aufgaben ein in einem anderen Beitrag..

Da ich jedes Jahr abiturvorbereitende Kurse anbiete, habe ich einen gewissen Überblick. Bislang war noch kein Schüler  in einem solchen Kurs, der im Unterricht mit  CAS oder auch nur mit einem grafikfähigen Taschenrechner (GTR) gearbeitet hätte.

Ich vermute, daß der Einsatz von “modernen” Taschenrechnern oder gar von Computern im Mathematikunterricht zur Zeit eine absolute Randerscheinung im täglichen Unterricht ist (sonst müßte mir ja mal ein Schüler über den Weg gelaufen sein, der mit GTR oder CAS gearbeitet hat). Genauere Zahlen sollte das Kultusministerium haben, leider bin ich auf der unübersichtlichen Webseite des HKM nicht fündig geworden.

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Abituraufgaben verschiedener Bundesländern

Einige Bundesländer helfen ihren angehenden Abiturienten, indem Sie die Prüfungsaufgaben der vergangenen Jahre im Netz veröffentlichen. Das Land Hessen gehört leider nicht dazu (siehe dazu die Artikelserie beim Bildungswirt). Das hessische Bildungsministerium behauptet, sie könne die Aufgaben nicht veröffentlichen, da Sie dazu nicht alle nötigen Rechte habe. Dass diese rechtliche Auffassung nicht von allen Bundesländern geteilt wird, zeigt folgende Tabelle

Rang BundeslandVeröffentlichung der Klausuren in den folgenden Fächern auf der Webseite des KultusministeriumsBemerkung 1
1ThüringenAlle Fächer von 1994-2009Klausuren werden auch als Word Dokumente zum Download angeboten
2Mecklenburg VorpommernAlle Fächer von 1997-2009Auch Aufgaben zum Fachabitur werden gestellt
3Sachsen AnhaltMathe, Physik, Chemie, Biologie, Deutsch ,Französisch .

Von 200-2009.
Aufgaben in Englisch wurden dieses Jahr nicht veröffentlicht
4Brandenburg wohl alle zentral gestalteten AUfgaben der Jahre 2005-2009Im Jahre 2010 schreiben die Berliner die gleichen Klausuren wie die Brandenburger. Mal sehen.
5BayernIn Mathe und in Physik liegen die Aufgaben der Jahre 1998-2009 vorFrüher wurden in mehr Fächern die Aufgaben veröffentlicht, so beispielsweise in
Chemie im Jahre 2004
6HamburgTeile der alten Abituraufgaben sind in Beispielaufgaben enthalten, so bsp. in Mathematik (lineare Algebra)Die Stadt veröffentlicht auch Beispielaufgabe zu den nicht zentral geprüften Fächern wie Physik, Chemie oder Bio
7Baden WürttembergNeuere Aufgaben sind nicht erhältlich, ältere Klausuren sind noch auf der offiziellen Seiten in einigen Fächern zu finden.
8SaarlandNeuere Aufgaben werden nicht veröffentlicht, ältere (2000-2006) sind noch online.
9Schleswig HolsteinEs werden in einigen Fächern Beispielaufgaben angeboten
10SachsenKeine Veröffentlichung mehr
11Nordrhein WestfalenAufgaben stehen nur den Schulen zum
Download zur Verfügung. Es wird ein Passwort benötigt, eine weitergehende veröffentlichung seitens der Schulen wird ausdrücklich untersagt.
12Bremenkeine Veröffentlichung gefunden
13Berlinkeine Veröffentlichung gefundenIm Jahre 2010 schreiben die Berliner die gleichen Klausuren wie die Brandenburger
14Hessenkeine Veröffentlichung
15Rheinland Pfalzkeine Veröffentlichung
16Niedersachsenkeine Veröffentlichung

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Alte Abiturklausuren, wer veröffentlicht diese noch.

Ich halte seit 2007 (zu diesem Zeitpunkt wird in Hessen ein Zentralabitur geschrieben) verschiedene abiturvorbereitende Kurse in Mathematik. Für meine allerersten Kurs konnte ich

  • beim hessischen Kultusministerium Beispielklausuren anschauen
  • Abiklausuren in Mathematik von anderen Bundsländern bei offiziellen Seiten herunterladen

Vergleiche ich die Situation damals mit heute, so fällt   auf:

  • das hessische Kultusministerium veröffentlicht heute gar keine Abschlussprüfungen mehr
    • das hessische Kultusministerium hat sogar die ehemals öffenlichen Probeklausuren vom Netz genommen!
      • es wurde bereits beim erstmaligen Veröffentlichen der Probeklausuren Wert darauf  gelegt, daß diese später auch wieder unproblematisch aus dem Internet entfernt werden können. Im Webarchiv beispielsweise findet man zwar die Verweise zu den damaligen Probeklausuren, nicht aber die  Probeklausuren selbst. Es wurde im Jahre 2006/2007 bewusst eine Indizierung durch das Webarchiv verhindert, wie hier leicht ersichtlich ist
  • andere  Bundesländern ist veröffentlichen durchaus ihre alten Prüfungsaufgaben:
    • die Hamburger beispielsweise veröffentlichen Ihre alten Abituraufgaben durchaus noch, diese sind Teil von sogenannten Probeaufgaben (hier beispielsweise die Mathematikaufgaben)
    • Auch andere Bundeslände (welches Bundesland  was veröffentlicht, veröffentliche ich in einer Tabelle in den nächsten Tagen)  verzichten seit neuestem ebenfalls auf die Veröffentlichung neuer Abituraufgaben
    • Lobenswert ist in dieser Hinsicht auch das Bayrische Kultusministerium, welches zumindest in Mathe und Physik weiterhin alle älteren Abiaufgaben veröffentlicht und bereithält
  • Wiederum andere Bundesländer (Beispielsweise Niedersachsen) veröffentlichen grundsätzlich ihre alten Abituraufgaben nicht..

Welche Bundesländer ihre Mathematikklausuren freigeben, erfährt man am besten bei Thomas Unkelbach. Ich selbst will in den nächsten Tagen eine Tabelle mit Verweisen zu den “offiziellen Aufgaben” der jeweiligen Bundesländer anlegen.

Natürlich kann man als Interessierter auch in Hessen an die jeweils aktuellen Klausuren des Vergangenen Jahres herankommen, man braucht sich nur das Büchlein aus dem  des Stark Verlages erwerben.  Das kostet aber Geld, ist unsozial und hat auch andere Seiteneffekte:

In den Bundesländern, in den die Abiaufgaben frei erhältlich sind, existiereren im Internet nicht nur die Aufgabenstellungen der jeweiligen Kultusministerien, sondern auch

Das ganze wäre auch noch ausbaubar, würde sich die Kultusministerien entschließen, ihre alten Aufgaben unter eine freien Lizenz zu stellen, so daß jeder (natürlich unter Namensnennung, schließlich sollte jeder wissen, woher die ursprüngliche Idee zu dieser Aufgabe kam) Lehrer, Student oder sonstige Interessierte aus diesen Aufgaben neuere gewinnen kann, sei es zum Zwecke des Unterrichts oder auch für andere Zwecke.

Natürlich würden auch weiterhin hauptsächlich Verlage nutzen, um daraus neue Aufgaben zu konstruieren.. Aber eben nicht ausschließlich diese. Auch Lehrer oder andere  Webseitenbetreiber würden dies als Basis benutzen. Heutzutage wird das erschwert durch unklare Lizenzbestimmungen, dem Unwissen vieler Interessierter, und letztendlich auch durch die Unkosten (das Land Hessen räumt für “nur” 100€ Unkostenbeitrag jedem  Veröffentlichungsrechte ein).

Die soziale Komponente

Offiziell bekommt jede Schule mehrere CDs mit den Aufgabenstellungen der letzten Jahre zugeschickt (so die Landesregierung in ihrer Anwort auf eine große  Anfrage ) Selbst wenn das stimmt, ist mehr als fraglich, ob das auch bei den Schülern ankommt,denn

  • Die Zahl der CDs ist begrenzt
  • Die Schulleitung muss die Vervielfältigung irgendwie selbst organisieren. Das kostet arbeit und wird suboptimal organisierten Schulen nicht so gut gelingen. Ich denke nicht, daß jeder Schüler die Aufgaben der vergangenen Jahre von der Schule erhält.

Viel mehr zu dem Thema hat auch der Bildungswirt geschrieben.

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