In den Zeitungen und Zeitschriften (beispielsweise hier, oder auch bei der Akademikerbild) wird immer wieder darüber geschrieben, daß die Zahl der Schüler an den Privatschulen zunehme. Du rch einen Zufall habe ich die Antworten der Landesregierung auf eine Anfrage der Linken gelesen, besonders interessant fand ich dabei den statistischen Teil (Anlage 6, Entwicklung der Schülerzahlen)
Demnach gingen im Jahre 2000 14% aller Gymnasiaten auf eine Privatschule 16784. Heute besuchen nur noch 11% aller Gynmasiasten eine Privatschule. Während die Zahl der Gymnasiasten insgesamt gestiegen ist, stagniert auch die Zahl der Privatschulenbesucher.
Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Betrachten der Oberstufenschüler, da auch dort der Anteil der Schüler, die eine Privatschule besuchen, sank.
Weshalb nur wird in Zeitungen immer wieder der Eindruck erweckt, Privatschulen hätten zulauf? Tatsächlich scheint es immer wieder Privatschulgründungen zu geben (zu einem recht hohen Anteil werden auch diese vom Staat bezahlt, das teuere Schulgeld ist auch dort nur ein Zubrot), nur müssen die sich dann erst mal am Markt durchsetzen, sprich genügend zahlungskräftige Kunden finden.
Und wie findet man Kunden
- man sorgt für eine (positive) Berichterstattung (ganz wichtig)
- man versucht sich, von der Konkurrenz (also den staatlichen Schulen) abszusetzen
Insbesondere der erste Punkt ist nicht verwerflich, das ist halt normales Wirtschaften. Ich nehme an, die Privatschulen schreiben eifrig PR Artikel an die Zeitungen (insbesondere auch positive Erfahrungsberichte, oder Gründe, weshalb Eltern Schulgeld für eine Privatschule bezahlen), und hoffen, daß die Zeitungen das dann auch abdrucken.
Zum anderen versprechen die Privatschulen eine andere Pädagogik. Populäre Privatschulen sind
- Waldorfschulen
- Pädagogik beruht auf den anthroposophischen Einsichten eines Rudolf Steiners, welcher Anfang des letzten Jahrhunderts lebte
- Montesoori Schulen
- Maria Montessori lebte ebenfalls Anfang des letzten Jahrhunderts
- konfessionelle Schulen
Selbst schätze ich gute staatliche Schulen (ohne Schulgeld) für leistungsfähiger ein als Privatschulen, die sich auf Reformansätze aus den Anfängen des vergangenen Jahrhunderts berufen. Und das, obwohl ich sehr gute Waldorschüler kennengelernt habe…
#1 by Klara on 25. July 2010 - 17:16
Quote
Ich kann Deine Einschätzung nicht ganz teilen. So bieten einige (dieses ist natürlich sehr differenziert zu betrachten) deutlich mehr für Schüler: kleinere Klassen, bessere Betreuung, jüngeres Lehrpersonal etc. und somit sind diese in diesem Bereich mindestens genauso leistungsfähig wie staatliche Schulen.